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Jugendkreuzweg zur Morgensternhöhe

1. Missionsreise des Paulus

 

Station 5: In Lystra, Derbe und Rückreise

Apg 14,8-28

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Paulus und Barnabas predigen in Lystra. Unter den Zuhörern befindet sich ein Mann, der von Geburt an gelähmt. Paulus sieht das, und befiehlt ihm, aufzustehen – und er kann wieder gehen!
Beeindruckt von diesem Wunder fingen die Leute an, die beiden Apostel als Götter anzubeten. Die Beiden versucht vehement das richtig zu stellen, doch selbst griechische Priester steigen in die Anbetung ein.

Erst als die Juden aus Antiochia ebenfalls in Lystra eintreffen, kippt die Stimmung. Aus einer Schar anbetender Diener wurde eine aufgebrachte Menge, die kurzerhand beschloss Paulus zu steinigen. Sie schleiften seinen scheinbar leblosen Körper aus der Stadt. Doch Paulus überlebte. Als die anderen Apostel nach ihm schauen wollten, stand er einfach auf und ging in die Stadt zurück.

Die Apostel beschlossen, den Rückweg anzutreten. Nachdem sie unterwegs noch einige Gemeinden besuchten und ihnen geistlich zur Seite standen, kehrten sie schließlich wieder zum Ausgangsort nach Antiochia am Orontes zurück.

 

Auch hierzu ließen sich gut unzählige Inputs und Andachten schreiben. Darüber, dass Paulus gesteinigt wurde und trotzdem überlebte. Darüber, dass sie aufgrund ihres Glaubens verfolgt wurden, doch von Gott Kraft und Durchhaltevermögen bekamen und am Ende wieder sicher in Antiochia ankamen. Darüber, wie Paulus in seiner Predigt den christlichen Gott mit den griechischen verglich.

Doch ich möchte mich vor allem auf einen Punkt konzentrieren: Die Heilung des Gelähmten, und das, was danach passierte. Ich glaube viele Menschen denken bei der Kombination „Gelähmter“ und „Heilung“ zuerst an die Geschichte von den Freunden, die das Dach abdeckten und ihren gelähmten Freund direkt vor die Füße von Jesus abseilten, damit dieser ihn heilen konnte (vgl. Mt 2). Doch nicht nur Jesus heilte andere Menschen. Auch seine Jünger konnten das (vgl. Mt 10). Und auch bei einigen Aposteln wird von Wundern und Heilung erzählt. Selbst bei solchen, die Jesus nie leibhaftig erlebt haben. Heißt das, dass auch wir heutzutage noch in der Lage sind, Wunder zu tun? Die Antwort ist ein klares Ja – Wenn Gott das will. Denn genauso wenig, wie wir heute aus eigener Kraft Wunder vollbringen können, konnten es auch Paulus oder die Jünger. Entscheidend war nämlich folgendes: Als Jesus seine Jünger aussandte, gab er ihnen die Vollmacht, Wunder zu tun. Ohne diese Vollmacht hätten sie gar nichts erreichen können. Und auch Paulus handelte nicht selbst in dem Moment, sondern der Geist Gottes handelte durch ihn. Das ist vergleichbar mit einem Schnitzmesser. Von sich aus kann es zwar auch, wenn es zum Beispiel von einer Tischkante fällt, Holz bearbeiten. Doch etwas wirklich Großartiges wird erst daraus, wenn ein talentierter Schnitzer es führt.

Ich persönlich finde das auf der einen Seite sehr ermutigend. Denn es gibt mir die Möglichkeit, ein Werkzeug Gottes zu sein. Teil von etwas ganz Großem. Und obwohl Gott durch mich wahrscheinlich keinen Gelähmten heilen wird (wobei auch das nicht ausgeschlossen ist), so kann er mich, und genauso auch dich für gute Dinge einsetzen. Wenn wir dafür bereit sind. Denn Gott kann natürlich nur durch uns wirken, wenn wir ihn überhaupt erstmal in uns rein gelassen haben. Außerdem nimmt diese Erkenntnis auch unheimlich den Druck raus. Wenn ich weiß, dass ich aus eigener Kraft eh nicht in der Lage bin, ein Wunder zu tun, dann brauch ich mir deshalb auch kein schlechtes Gewissen einreden. Weil scheinbar alle so große Wunder vollbringen, nur ich mal wieder nicht… Weil ich nur stärker glauben müsste, und dann würden sich die Sorgen meines Gegenüber einfach auflösen… Weil ich gerade nicht 100% in der Gemeinde geben kann, da gerade andere Dinge sehr viel Zeit kosten… Vielleicht kennst du ja solche Gedanken. Dann kann ich dir versichern, Gott handelt durch dich, wie er es will. Es kann sein, dass er dich gerade tagtäglich gebraucht oder schon große Wunder durch dich getan hat. Vielleicht ist aber auch das Gegenteil gerade der Fall, und Gott gebraucht dich zu einem anderen Zeitpunkt wieder. Wie Gott das entscheidet, können wir leider nicht verstehen. Aber wir können bereit sein, um als Werkzeuge Gottes Wunder zu vollbringen.

Auf der anderen Seite macht das aber auch demütig. Denn was die Leute gesehen haben ist, dass durch Paulus ein Gelähmter geheilt wurde. Und natürlich waren die Menschen schwer beeindruckt davon. So beeindruckt, dass sie ihn und Barnabas als gottgleich ansahen. Es wäre nur allzu menschlich gewesen, wenn die beiden Apostel diese Ehre und Anerkennung genossen hätten. Wenn sie all die Geschenke angenommen, und ihre neue Stellung dafür genutzt hätten, um ihr eigenes Leben etwas angenehmer zu machen. Geht es uns nicht oft auch so? Natürlich werden wir nicht als Götter verehrt (zumindest die allermeisten wahrscheinlich nicht), aber so viel Anerkennung zu bekommen fühlt sich trotzdem gut an. Und natürlich dürfen auch Christen Anerkennung bekommen, und diese genießen. Wichtig ist dabei aber vor allem eins: den nicht zu vergessen, der uns überhaupt erst dazu befähigt, großartige Dinge oder gar Wunder zu tun. Denn das ist Gott. Und sein Geist, der in uns wirkt. Und ähnlich wie Fußballer oder Musiker in Interviews oft ihren Trainern und Mentoren danken, so sollten wir gegenüber Gott auch in Dankbarkeit und Demut leben. Denn er ist es, der und befähigt.

 

Herzlichen Glückwunsch!

Mit dieser Station bist du am Ende des Weges angekommen. Wir hoffen es hat dir gefallen und du konntest dir etwas aus den Impulsen mitnehmen. Du kannst dir gerne hier ein ruhiges Plätzchen suchen und auch gerne ein Gebet sprechen.

Außerdem möchten wir uns noch bei dir bedanken, dass du am Jugendkreuzweg teilgenommen hast. Schaut auch gern bei einen unserer Instagram oder Webseiten vorbei. Bei Fragen und Anregungen stehen wir dort auch gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.